»Cola in die Suppe spucken!«

Coca-Cola ist einer der bekanntesten Konzerne weltweit, kaum ein Schriftzug begegnet Menschen so oft wie das rot-weiße Firmenlogo. Gleichzeitig wird die Kritik an der Firma aber immer lauter. Ein Grund dafür ist die Umweltpolitik des Brause-Produzenten in Indien, die Abfüllanlagen dort verursachen Wasserknappheit, Umweltzerstörung und Armut.

Als Schwellenland mit großer Bevölkerung ist Indien ist einer der attraktivsten Märkte weltweit. Folglich hat auch Coca-Cola ein großes Interesse daran, hier Fuß zu fassen, der Kampf um den Durst der Inderinnen und Inder hat längst begonnen.

Die Hintergründe

Coca-Cola betreibt in Indien ca. 50 Fabriken. Eine davon ist die 1998 errichtete Fabrik in Plachimada. Jede dieser Fabriken pumpt täglich ca. 1,5 Millionen Liter Grundwasser ab, damit werden z. B. in Plachimada ungefähr 340 000 l Getränke produziert. Für die Produktion von einem Liter Coca-Cola werden beispielsweise 9 l Wasser gebraucht, eine Bilanz, die der Region zum Verhängnis wird. Denn das Wasser bezieht die Fabrik in Plachimada mit Hilfe von 60 Brunnen direkt aus dem Boden, der Konzern pumpt Grundwasser ab, selbstverständlich ohne dafür zu bezahlen.

Die Folgen

Der Grundwasserspiegel in Plachimada ist von 45 Meter auf 150 Meter gesunken, die Brunnen in den Dörfern trocknen

aus, insbesondere die Frauen müssen immer längere Wege gehen, um das Wasser zum Trinken, Waschen und Kochen zu beschaffen. Ein Augenzeuge berichtet: »Die Frauen von Plachimada müssen heute kilometerweit laufen, um Trinkwasser heranzuschaffen. Während sie das Wasser zu Fuß nach Hause tragen, kommen ihnen die mit Softdrinks beladenen Coca-Lastwagen entgegen.« In Plachimada sind durch das Absinken des Grundwasserspiegels heute 260 Brunnen trocken, in einer eigentlich wasserreichen Region herrscht akuter Wassermangel.

Dies hat auch Auswirkungen auf die Landwirtschaft: Reisfelder trocknen aus. In einer Region, in welcher der überwiegende Teil der Bevölkerung von der Landwirtschaft abhängig ist wird der ortsansässigen Bevölkerung so die Lebensgrundlage entzogen.

Doch damit nicht genug: Durch den Produktionsprozess wird Wasser verschmutzt, das dann wieder in den Wasserkreislauf gelangt. Das wenige Wasser, dass die Bevölkerung also noch aus ihren Brunnen gewinnen kann, ist ungenießbar, da es extrem salzhaltig ist. Ein anderes giftiges Abfallprodukt, Schlamm, wurde von Coca-Cola als Düngemittel an die Bauern verkauft. Dies jedoch mit fatalen Folgen: Der blei- und kadmiumhaltige Schlamm vergiftet die Felder und den Boden.

Nach einer Studie der Universität Exeter (GB) wird es nach Schließung der Fabrik mindestens drei Jahre dauern, bis sich die Grundwasservorräte erholt haben. Wie verantwortungslos Coca-Cola in Indien agiert, zeigt sich auch daran, dass die Pestizidbelastung von indischen Produkten des Konzerns bis zu 30 mal höher als der in der EU gültige Höchstwert liegt.

Die Forderungen

Gegen diese Praktiken des Coca-Cola-Konzerns entstehen bereits weltweite Proteste. Größter Erfolg der Coke-Gegner ist die vorläufige Schließung der Fabrik in Plachimada durch das Oberste Gericht. Doch in fünf weiteren Bundesstaaten Indiens treten die selben Probleme auf, außerdem plant Coca-Cola weitere Fabriken zu errichten.

Unterstützt die Betroffenen in ihrem Kampf gegen das rücksichtslose Profitstreben eines multinationalen Konzerns wie Coca-Cola!

Ihre Forderungen:

 Endgültige Schließung der Fabriken in Plachimada, Mehdiganj, Kala Dera,

 Entschädigung der Anwohnerinnen und Anwohner,

 Beseitigung der Umweltschäden.

 

['solid] Brandenburg

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